Ein feministisches Internet ist ein Internet für alle!
Alle haben kostenlos Zugang und niemand muss dort Diskriminierung oder Gewalt fürchten.
So stelle ich mir das vor. (Siehe auch Feminismus-Verständnis)
In der Realität sind wir davon noch weit entfernt, aber es gibt viele spannende Initiativen und Ansätze, die in diese Richtung gehen. Einige davon möchte ich hier kurz vorstellen und verlinken.
Ich ordne diese Initiativen und Ansätze entlang von drei Dimensionen
(wobei es oft auch Überschneidungen gibt):
1. „Ein Internet für alle“ – Design, Technologie, Infrastruktur
Hier geht es darum, wie das Internet gestaltet sein sollte, damit
– alle Menschen Zugang haben (Stichworte Digital Divide, Digital Gender Gap)
– keine Person oder Gruppe durch die Technologien und die Tech-Unternehmen diskriminiert oder ausgebeutet wird (Stichworte: Algorithmen und Daten, Rohstoff-Abbau und -verbrauch, Content Moderation, Click Work, unbezahlte Arbeit)
– die Technologie nicht zum Zweck der Überwachung, Manipulation oder Desinformation genutzt wird
– es ein friedvolles, gleichberechtigtes und gutes Zusammen-Leben aller Menschen weltweit unterstützt und
– einen sorgsamen Umgang mit dem Planeten (auch im Sinne der Reparatur und Wiedergutmachung des bereits entstandenen Schadens) gewährleistet.
Hier weiter zu „Ein Internet für alle“ – Design, Technologie, Infrastruktur
2. „Liebe organisieren“ – Beratung und Selbstverteidigung gegen Hass und Gewalt im Netz
Hier findest du
– Informationen zu Hass, Diskriminierung und Gewalt im Netz – in intersektional-queer-feministischer Perspektive (d.h. zu Überschneidungen von sexistischem, hetero-sexistischem, cis-sexistischem und antifeministischem Hass mit z.B. ableistischer, rassistischer, antisemitischer, klassistischer, adultistischer, ageistischer und anderer Gewalt)
– Ideen für Strategien der Selbst-Verteidigung gegen diese Diskriminierung und Gewalt
– Hinweise zu Beratungsstellen für Betroffene
– Initiativen, die Gegenstrategien bieten, um aus dem hasserfüllten Netz ein Netz zu machen, in dem Respekt und Vielfalt, Liebe und Solidarität die Umgangskultur prägen
Mehr unter „Liebe organisieren“ – Beratung und Selbstverteidigung gegen Hass und Gewalt im Netz
3. „Feministische Öffentlichkeiten online“ – Sichtbarkeit, Debatte und Community Building
Das Internet bietet unterschiedlichen Feminist*innen und Feminismen weltweit Möglichkeiten zum Sichtbarmachen ihrer Themen, zu Repräsentation, Austausch und Debatte und zum Community Bulding (Aufbau von Gemeinschaften) und Knüpfen von Netzwerken:
Z.B. über Blogs, Websites von Organisationen und (Print-)Magazinen, Podcasts, Social Media Accounts, Newsletter etc. pp.
So finden sich im Internet diverse feministische Öffentlichkeiten.
Einen kleinen (deutschsprachigen) Ausschnitt bietet der Blogroll „Feministische Blogs“.